Jubiläum: Wo Zeitzer Rebensaft wächst

02.08.2012 18:49 Uhr | Aktualisiert 02.08.2012 19:01 Uhr
Etwa 50 Gäste können Brigitta und Norbert Hörig in der Weinklause bewirten. (FOTO: CORINA WUJTSCHIK) 
Von Angelika Andräs
15 Jahre Weinhof Kloster Posa, das ist nicht einfach nur eine Geburtstagsfeier. Vielmehr steht passend zum Fest auch eine Neueröffnung auf dem Klosterberg an.
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Zeitz/MZ. 

Die Weinklause ist fertiggestellt, ein ehemaliger Schweinestall hat sich in ein gemütliches, uriges Lokal verwandelt. "Wir bieten jetzt Familien- und Gruppenfeiern an, für die man reservieren kann", erklärt Winzer Norbert Hörig dazu, "und natürlich kann man sich die Klause jederzeit zu unseren Öffnungszeiten ansehen."

Auch ein Besuch des Weinberges, eine Verkostung und ein Plausch mit Brigitta und Norbert Hörig sind jederzeit möglich. Und werden gern angenommen. Die Gäste kommen dabei bei weitem nicht nur aus Zeitz und Umgebung. Stammgäste haben Hörigs vor allem in Berlin, Tirol und - Sachsen gefunden. Doch dahin haben sie sowieso eine besondere Beziehung. Gekeltert wird nämlich in Meißen, in Sachsen, da wo der Zeitzer Wein der Sage nach einst Furore machte und geografisch hingehörte. Denn genau da war der Zeitzer Wein bis hin zu Augusts Hofe bekannt und beliebt. Ein kräftiger Wein, den die Mönche auf Kloster Posa kelterten, nachdem sie die Trauben auf etlichen Dutzend Hektar ebenda gelesen hatten.

Als Hörig auf diese Tradition aufbauen wollte, auch im Sinne der touristischen Erschließung des Gebietes um Zeitz, da gab es nicht einen Rebstock auf Posa, manchen Widersacher oder zumindest Schmunzler ob dieser Idee. Auch mit den Genehmigungen gab es etliche Probleme. Doch das hielt ihn und seine Mitstreiter nicht auf.

Ina Kühn, geborene Hörig, Brigitta und Norbert Hörig sowie Günter Albrecht waren es, die am 2. Juli 1997 die Zeitzer Weinlandschaft

auf Kloster Posa Zeitz wieder entdeckten. An diesem Tag wurde der Beschluss gefasst, mit dem seit 1776 eingestellten Weinbau auf Posa neu zu beginnen und gleichzeitig die Öffentlichkeit auf das ehemalige Kloster Posa aufmerksam zu machen. Ein Flächentausch zwischen dem Hundeverein Posa-Hanglage und einer ebenen Privatfläche von Norbert Hörig führte zur Aufrebungsgenehmigung. Und so begann das Abenteuer "Zeitzer Wein".

Inzwischen werden auf Posa auf 2 300 Quadratmetern Dornfelder, Weißburgunder, Riesling, Regent, Kernling und Spätburgunder angebaut. Gekeltert werden die kleineren Chargen auf dem Weingut von Raik Moh in Zeuchfeld, das Gros bei Prinz von der Lippe in Meißen.

Dass es ihn wieder gibt, den Zeitzer Wein, eine ordnungsgemäße Herkunftsbezeichnung übrigens, darüber freuen sich Hörigs. Und wer den Weinhof, seine edlen Tropfen, die Weinklause und vieles mehr entdecken will, der hat zum Tag des offenen Weinbergs am Wochenende eine gute Gelegenheit.