Kerzentauchen zählte zu den vielen Angeboten des Marktes. (FOTO: CARLO BÖTTGER)
Zum bereits vierten Mal fand am Wochenende der Kirchentag der Region Nördliches Zeitz statt. Das ist alle zwei Jahre der Fall und nach dem Auftakt in Profen 2006, Hohenmölsen und Teuchern, wurde dieses mal die Kirche in Aue-Aylsdorf (Zeitz) als Austragungsort ausgewählt. Schon am Samstagabend ging es mit einer Andacht und einem Gospel-Konzert los. Am Sonntag stand neben weiteren musikalischen Einlagen instrumentellen und gesanglichen Charakters besonders auch der sogenannte "Markt der Möglichkeiten" im Fokus, welcher auf dem Kirchgelände seine Zelte aufgeschlagen hatte.
Möglichkeit ist dabei das Stichwort: Der Markt bot Gemeindegruppen und anderen Anbietern aus der Region eine Plattform, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und wohlmöglich Menschen auf sich aufmerksam werden zu lassen, die sie sonst nicht erreicht hätten. "Das große Ziel ist natürlich auch, neue Leute aus dem Umkreis für die Kirche zu begeistern", erklärte Pfarrer Matthias Keilholz. Die diesmal vertretenen Stände hielt er für eine gelungene Mischung. Er freute sich besonders darüber, dass Haus Herz (Kinder- und Jugendwohnen) und somit die Diakonie erstmalig zugegen war.
Sarah Westhäuser, die derzeit ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Haus Herz absolviert, betreute den Stand der Diakonie. "Bei uns können die Besucher Ballons mit einer Schablone in der Form einer Taube bestücken und anschließend steigen lassen", so die 20-Jährige, "auf die Rückseite können zuvor persönliche Wünsche geschrieben werden." Die Einnahmen kommen Haus Herz und seinen Bewohnern zugute. Gleich daneben bot Kirchenmitglied Nadja Harloff (42) Töpferwaren an. "Ich töpfere nun schon seit zehn Jahren und war bisher bei jedem Markt der Möglichkeiten dabei", sagte die Hobby-Keramikerin, "zehn Prozent der Einnahmen spende ich an Leuchtturmkinder der Methodistischen Kirche in Zeitz."
Ebenfalls ein Stammgast und Mitglied der Kirchengemeinde Michael ist Günter Schumacher. Der 75-jährige Zeitzer zeichnet seit einem Jahrzehnt Aquarelle von Kirchen und Landschaften der Region. Diese bot er in Bild- und Kartenform an und fand auch viele Interessenten. "Zum Verkauf biete ich meine Werke seit nunmehr acht Jahren an und lasse kaum eine Veranstaltung im Umkreis aus", so Schumacher. Seine Verdienste spendete er der Kirche von Aue-Aylsdorf. Abseits der Stände setzten sich die Menschen in aller Ruhe zusammen und nutzten die Gunst der Stunde, um sich besser kennenzulernen oder neue Kontakte zu knüpfen - ganz im Sinne des christlichen Miteinanders.