«Ich will eure Gesichter strahlen sehen.» ruft Anna Loos, die Sängerin von Silly. (FOTO: MZ)
Max Schwanethal gab wirklich alles. Der Zeitzer Musiker haute am Sonnabendabend stundenlang in die Saiten und sang dazu einen Hit nach dem anderen. Gemeinsam mit Schlagzeuger Thomas Henck war Schwanethal für die musikalische Untermalung der Zeitzer Schwarzbiernacht im Café Rosso am Roßmarkt zuständig. Mit einem kräftigem "Hallo Zeitz" startete diese ein paar Stunden vorher in ihre 15. Auflage. Mehrere Tausend Menschen stürmten den Schlosspark und drängten sich vor der Bühne, um die traditionsreiche Ostrockband Silly live zu erleben. "Jeder, der durch den See zu mir geschwommen kommt, der darf auf die Bühne", versprach Frontfrau Anna Loos.
Sie versüßte den Zeitzern den Abend, denn sie steht auf Zeitzer Knusperflocken und Bambina-Schokolade. "Ich will eure Gesichter strahlen sehen" rief sie der Menge entgegen. Denn es sei für sie sehr ungewöhnlich, so früh am Abend zu spielen. Die Fans feierten ihre Stars, stimmten bei legendären Hits wie "Mont Klamott", "Alles rot" lautstark mit ein und forderten nach knapp anderthalb Stunden natürlich den größten Hit "Bataillon d Amour" als Zugabe und Krönung des Konzertes. Wenig später strömte die Menschenmenge in die Innenstadt, wo es mit reichlich Bier und jeder Menge Musik weiterging. Auch das pralle Partyleben nahm unaufhaltsam seinen Lauf. Es floss Bier in Strömen, Bratwürste, Steaks, Pilzpfanne, Mutzbraten und anderes Deftiges von Grill und aus Pfanne fand reißend Absatz.
Und an fast jeder Ecke drangen andere anziehende Klänge aus Kneipen und Cafés. Die Abendgestaltung der Besucher sah dabei teils völlig unterschiedlich aus. "Wir haben uns vorgenommen, in jede Kneipe einmal reinzugehen und ein Bier zu trinken", sagte Gerhard Schaller. Ein optimistisches Vorhaben, wenn man bedenkt, dass es an die 20 Orte gab, an denen etwas los war. Dennoch wollten es Schaller und seine Meuselwitzer Gäste versuchen. "Soviel ist ja hier selten los und das muss man ja ausnutzen", erklärten sie und weiter ging's die Zeitzer Innenstadt. Nicht ganz so viel Stress wollten sich andere zumuten und begnügten sich damit, einfach irgendwo zu sitzen und alte Freunde zu treffen. Denn zweifelsfrei ist die Schwarzbiernacht traditionell auch für das große Wiedersehen.
So wie für Thomas Feist aus Gladitz. Der junge Mann ist Polizeibeamter in Magdeburg und kommt nur noch selten nach Hause, zum Beispiel zur Schwarzbiernacht. "Wo sonst trifft man so viele Bekannte wie hier", fragt er. Es reiche dabei schon aus, irgendwo stehen zu bleiben. Dann werde es nie langweilig, irgendwer komme immer vorbei.
Irgendwann gegen vier Uhr am Sonntagmorgen war es dann vorbei und die letzten Partygäste traten den Heimweg an. Auch für Schwanethal und Henck war zu diesem Zeitpunkt Feierabend und die beiden Nachwuchsmusiker durften nach einem wahren Marathon ihre Instrumente einpacken.