Ein Auge fürs Detail muss ein Goldschmied haben. Andreas Otto überprüft, ob der Edelstein richtig in der Ringfassung sitzt. (FOTO: CORINA WUJTSCHIK)
"Noch funkelt er nicht!" Kritisch betrachtet Andreas Otto den Goldring, den er gerade in seiner Werkstatt in Form biegt. "Glanz gewinnt des Schmuckstück erst, nachdem ich es geschliffen und poliert habe", sagt der Inhaber der Goldschmiede "Schmuck'er Otto" auf dem Zeitzer Roßmarkt. Erfahrung hat er in dieser Tätigkeit seit März 1987: Vor kurzem beging er das 25-jährige Jubiläum seines Geschäfts.
"Gefeiert haben wir daheim im kleinen Kreis. Lediglich meine Frau Doris, unsere Angestellte Kathrin Trzinka und ich", verrät Otto. Und weiter: "Wir haben gemeinsam gegrillt und auf das Jubiläum mit einem Gläschen Sekt angestoßen - keine große Sache."
Im Laden hingegen war eine große Aktion im Gang: Vom 4. Juni bis zum 2. Juli gab es jeden Tag 25 Prozent Erlass auf ein anderes Sortiment, seien es Uhren, Ringe, Ketten oder Ohrschmuck. "25 Jahre Bestand. Dazu passten meiner Meinung nach auch 25 Prozent Ermäßigung über 25 Tage hinweg", sagt er zwinkernd. Das habe das Kundenaufkommen gehörig beflügelt. Es sei derzeit aber ohnehin recht gut - die Menschen hätten wieder Interesse daran, ihr Geld in Silber- oder Goldschmuck zu investieren. "Ein Resultat der Unsicherheit infolge der Finanzkrise", weiß Otto.
Riesig gefreut habe er sich über die vielen Blumensträuße und Glückwünsche, die er von Stammkunden erhalten habe. Die Zeit seit der Geschäftseröffnung ("Von Schmuck zu Schmuck'er") komme ihm jedoch keinesfalls wie ein Vierteljahrhundert vor: "Die Erinnerung an meine erste Kundin ist noch taufrisch. Ich weiß zwar nicht mehr welches Stück sie in Reparatur gab, aber an das Gesicht der älteren Dame entsinne ich mich noch ganz genau."
An den Kundenwünschen habe sich gar nicht so viel geändert: Reparaturen und Umfertigungen von Schmuck aller Art, das Anpassen von Ringen und das Reparieren von Uhren beschäftige ihn am meisten in der Werkstatt. "Wobei die Reparaturen schon seit längerer Zeit zum Großteil meine Frau erledigt", gesteht Otto, "ich habe sie damals in das Handwerk eingelernt und mittlerweile ist sie ein richtiger Profi." Sein Part seien nun eher die Neufertigung und Verwaltungsaufgaben.
Noch relativ neu, da erst seit drei Jahren im Angebot, sei die Möglichkeit, dass Heiratswillige ihre Trauringe selbst anfertigen können. "Ich verabrede mich mit den Interessenten immer am Samstag, Sonntag oder nach Geschäftsschluss in meiner Werkstatt hier im Geschäft", erklärt Otto.
"Unter meiner Aufsicht und Anleitung können sie dann fast alle Herstellungsschritte selbst durchführen: vom Gießen, übers Walzen und in Form bringen, bis hin zum Feinschliff." Acht bis zehn Stunden müssen die Paare dafür einplanen. Bisher sei das Angebot wenig genutzt worden. "Es waren bisher fast ausschließlich Freunde und Bekannte", sagt Otto. Es mache jedoch wirklich Spaß und verleihe den Trauringen eine besondere Bedeutung.
Schmuck'er Otto ist erreichbar per Telefon: 03441 / 21 38 51