Zeitz: Eine Linde könnte gefällt werden

22.08.2012 15:07 Uhr | Aktualisiert 22.08.2012 20:13 Uhr
Die Dreiergruppe aus Linden soll nach Meinung der Bürger stehen bleiben. Was aus der einzeln stehenden Linde wird, muss entschieden werden. (FOTO: H. KRIMMER) 
Von Torsten Gerbank
Die Stadtverwaltung hat in einer Veranstaltung Vorschläge unterbreitet, wie die Fläche vor der Kulturkirche umgestaltet werden kann.
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Zeitz/MZ. 

Am Ende dürfte sich die politische Debatte vor allem um eine einzeln stehende Linde drehen. Konkret um die Frage: fällen oder nicht. Denn Bau- und Hauptausschuss des Zeitzer Stadtrates werden sich in ihren kommenden Sitzungen mit der Gestaltung der Freifläche vor der Kulturkirche am Franziskanerkloster befassen. Doch zusammen mit rund 70 interessierten Zeitzern und mit Thomas Suk vom Sachgebiet öffentliches Grün / Baumschutz hat Oberbürgermeister Volkmar Kunze (FDP) Dienstagabend schon Vorarbeit geleistet.

Öffentlich wurden zwei favorisierte Vorschläge erarbeitet, wie sich das Areal im Eck von Rothe- und Brüderstraße künftig präsentieren könnte. Die Vorschläge sehen grob gesagt so aus: Die halbrunde Mauer um den Biergarten an der Brüderstraße bleibt in ihrer Form erhalten, wird aber ausgebessert. Der Biergarten an sich wird mit verklebten Kieselsteinen befestigt, so dass eine feste, ebene Fläche entsteht, die nicht staubt. Biergarten und Eingang des Franziskanerklosters werden mit Hilfe eines Weges verbunden, der nahe des Kircheneingangs aufgeweitet wird. Damit soll ein grünes Foyer entstehen mit Platz für Pausenbewirtung im Rahmen von Veranstaltungen in dem historischen Gebäude. Links und rechts des Weges gibt es Wiese, mit Bänken zur Erholung.

Spielgeräte, so die Meinung, müsse es nicht unbedingt geben. Das auch deshalb nicht, weil ganz in der Nähe - im Bereich Brühl / Scharrenstraße - ein neuer Spielplatz gebaut werden soll. Beide Vorschläge sehen vor, die links vom Eingang stehende Gruppe mit drei Linden zu erhalten, die Bäume lediglich zu pflegen und zu verschneiden. Gefällt werden könnte jedoch die einzeln stehende Linde, um ein breiteres Wegende auf die bereits gepflasterte Fläche vor der Kirche zu ermöglichen.

Grundlage der Gestaltungsvorschläge waren Ideen, die Thomas Suk erarbeitet hatte. Er stellte am Beginn der Veranstaltung in der Kulturkirche vier Gestaltungsvarianten vor, in der auch das Fällen aller vier Linden zumindest betrachtet wurde, eine andere hatte gar keinen Weg über die Wiese. Das Interesse der Gäste konzentrierte sich auf zwei Ideen, die am Ende Grundlage für die neuen Gestaltungsvorschläge sind.

Die am Ende vom Hauptausschuss beschlossene Gestaltung muss aufgrund ihrer Förderung bis Ende 2014 umgesetzt sein. Wann die Arbeiten starten, konnte Oberbürgermeister Kunze allerdings nicht sagen. Aber so viel: Mit dem jetzt in Gang gesetzten Verfahren können die Kosten reduziert werden, weil Architektenleistungen nicht notwendig sind. Niedrigere Kosten erhöhen die Chancen, schneller handeln zu können. Man könne mit einer sogenannten Funktionalausschreibung arbeiten. Das bedeute, es werde ein Bild mit Beschreibung ausgeschrieben. In diesem Falle könnte die Ausschreibung in zwei Teilen erfolgen. Für die Fläche und für die Ertüchtigung der Mauer entlang der Rothestraße. In Summe könnten die Arbeiten rund 50 000 Euro kosten. Mit Architektenentwurf standen zunächst rund 200 000 Euro zur Debatte.

Der Bauausschuss berät am 5. September, ab 17 Uhr, im Friedenssaal.