Zeitz: Eine Schülerin für jeden Akt

27.06.2012 19:37 Uhr | Aktualisiert 27.06.2012 19:48 Uhr
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Schüler des GSG

Die Schüler gingen den klassischen Stoff anders an. (FOTO: HELGA FREUND)

Von Tobias Heyner
"Iphigenie auf Tauris" heißt ein bekanntes Bühnenstück von Johann Wolfgang Goethe. Die Klasse 9 b des Geschwister-Scholl-Gymnasiums spielt das antike Drama im Capitol.
Zeitz/MZ. 

"Iphigenie auf Tauris" heißt ein bekanntes Bühnenstück von Johann Wolfgang Goethe. Es ist ein Antikes Drama mit einer für das Genre typischen Handlung, rund um Ehre, Intrigen, Verrat und Mord. Jedoch endet es nicht, wie andere Stücke, in der Tragödie, sondern hat einen eher glücklichen Ausgang.

Die Klasse 9 b des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG) führte das Theaterstück am Mittwoch zum ersten Mal auf. Und nutzte dafür die Plattform, die das Zeitzer Schultheaterfestival, das Gregorius-Schultheaterfest bietet, und trat auf der Bühne des Zeitzer Capitols auf.

"Die Darstellung der Aufführung erfolgt szenenhaft und die Schauspieler sprechen ihre Dialoge nicht komplett frei, sondern lesen sie teilweise von Skripten ab", erläuterte Jürgen Kautz, Ehrenamtlicher Geschäftsführer vom Kultur-, Kunst- und Theaterverein der Stadt Zeitz (Kuk), vor Beginn.

Für die kurze Vorbereitungszeit, die die Schüler hatten, sei das aber dennoch eine große Leistung. Hätte er nicht speziell darauf verwiesen, es wäre wohlmöglich gar nicht aufgefallen - so textsicher und ausdrucksvoll verkörperten die Jugendlichen ihre Rollen. Gezeigt wurden aber lediglich der erste und letzte Akt des fünfaktigen Stückes.

Zudem hatte die Theatergruppe auch viele Rollen mehrfach besetzt: Beispielsweise wurde die Person der jungen Priesterin Iphigenie (Tochter des Agamemnon) in jedem Akt von einer anderen Schülerin verkörpert. "Das hat doch richtig gut gepasst", sagte Marlene Schmidt (15), "wir sind ohnehin nur fünf Mädchen in der Klasse."

Die 15-Jährige war die Iphigenie des ersten Aktes und zeigte eine besonders sichere Performance. "Ich hab schon in der Grundschule beim Musical mitgemacht", so Schmidt, "vielleicht fällt mir das freie Sprechen deshalb so leicht." Constantin Zietz (15) spielte König Thoas, welcher auch seine Wunschrolle war: "Es macht einfach viel mehr Spaß ein solches Stück selber zu spielen, anstatt es trocken im Unterricht durchzukauen. Man versteht den Inhalt so auch viel besser!"

Die Idee der praktischen Behandlung des Themas hatte Bernd Niemann, Schulleiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. "Werke von Goethe und Schiller beschäftigen die neunten Klasse über das ganze Schuljahr", so der Pädagoge, "und dieses Stück bot sich derart gut für eine praktische Umsetzung an - wieso also nicht eine Aufführung daraus machen?"

Während den Deutschstunden habe die Klasse wochenlang fleißig geprobt. Das Resultat sei ordentlich. Ein weiteres Mal werde die 9 b ihre Interpretation des Dramas am vorletzten Schultag in der Aula des GSG zum Besten geben.