Zeitz: Förderung, ganz individuell

08.05.2012 19:33 Uhr | Aktualisiert 08.05.2012 20:34 Uhr
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Silvia Barnebeck und Leon Bräuninger

Silvia Barnebeck unterstützt den siebenjährigen Leon Bräuninger beim Lernen. (FOTO: HELGA FREUND)

Von Claudia Petasch
Lange still sitzen, sich in der Schule konzentieren, schnell sein beim Umgang mit der Bastelschere - das fällt nicht jedem Kind leicht. In der Kiko in Zeitz-Ost werden Kinder im Lernen unterstützt.
Zeitz/MZ. 

Lange still sitzen, sich in der Schule konzentieren, schnell sein beim Umgang mit der Bastelschere - das fällt nicht jedem Kind leicht. Manche haben einen unheimlichen Bewegungsdrang oder lassen sich von den Mitschülern ablenken. Andere haben Probleme, beim Kopfrechnen mitzuhalten. Die Folgen: Sie kommen im Unterricht nur schwer mit, melden sich kaum, die Leistungen sacken ab. Nicht immer ist die familiäre Situation so gefestigt, dass die Eltern zu Hause mit dem Nachwuchs intensiv weiterarbeiten. Und den Lehrern fehlt in einer Klasse mit 20 Kindern oder mehr die Zeit, sich mit jedem einzeln und individuell zu beschäftigen.

Keine Hausaufgabenhilfe

Genau an diesem Punkt setzt die pädagogische Lernförderung, die derzeit in einem Modellprojekt im Burgenlandkreis durchgeführt wird, an. "Das ist keine Hausaufgabenhilfe oder Nachhilfe im eigentlichen Sinne. Ich arbeite je nach Schwerpunkt mit den Kindern, es ist eine ganzheitliche Förderung, wir stärken auch die sozialen Kompetenzen", erklärt Silvia Barnebeck. Sie ist Diplom-Sozialpädagogin, systemische Beraterin und Montessori-Pädagogin.

Lerndefizite abbauen

In der Zeitzer Einrichtung Kiko führt sie die pädagogische Lernförderung derzeit mit acht Kindern, die meisten aus sozial schwachen Familien, durch. Sie kommen je nach Bedarf ein bis zweimal pro Woche. Ziel ist es, dass die Kinder allein, ohne fremde Hilfe, gut lernen können. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg. Zuerst muss Barnebeck im Gespräch herausfinden, wo die Stärken und Schwächen des Kindes liegen. Von den Lehrern hat sie Hinweise bekommen, wo es fachlich klemmt. Dann versucht sie mit gezielten Aufgaben die Lerndefizite und Hemmnisse abzubauen. Ein bis zwei Jahre dauert die intensive Lernförderung. Dabei sollen auch die Bewegung, die Grob- und Feinmotorik nicht zu kurz kommen. Ebenso wie die sozialen Kompetenzen zu stärken. "Wie komme ich mit anderen Kindern gut aus", nennt Barnebeck ein Beispiel.

Die Ursachen für den erhöhten Förderbedarf sind breit gefächert: eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, Dyskalkulie (Rechenschwäche) oder eine Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung. Auch spielt der familiäre Hintergrund eine Rolle und die Kinder bringen ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit, wenn sie in die Schule kommen - nicht jedes kann gleich gut und schnell Wissen erfassen.