Zeitz: Gerechte Löhne gefordert

01.05.2012 19:17 Uhr | Aktualisiert 01.05.2012 20:00 Uhr
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Wetterzeuber Schalmeienkapelle

Die Wetterzeuber Schalmeienkapelle spielt zur Kundgebung und dem Wohngebietsfest auf dem Platz der deutschen Einheit. Viele Bürger nutzen das schöne Wetter am Dienstag und kommen zu der Veranstaltung. (FOTO: HELGA FREUND)

Von Claudia Petasch
"Gute Arbeit für Europa. Gerechte Löhne, Soziale Sicherheit" - diese Forderungen stellte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf den mehr als 20 Kundgebungen am 1. Mai in ganz Sachsen-Anhalt. Auch in Zeitz-Ost auf dem Platz der deutschen Einheit fand eine solche Veranstaltung verbunden mit einem Wohngebietsfest statt.
Zeitz/MZ. 

Marlis Erdélyi, stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende, sprach sich für eine faire Bezahlung der Arbeitnehmer aus.

Gerechte Löhne gefordert

"Wie kann man erreichen, dass die Menschen von ihrer Arbeit leben können", fragte sie und gab die Antwort gleich selbst: Mit gerechten Löhnen. Täglich würden die Mitglieder der im DGB organisierten Gewerkschaften zähe Kämpfe führen, für Tariferhöhungen, für angemessene Bezahlung. "Leiharbeit ist ein großes Problem, auch die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen", sagte Erdélyi.

Rahmenbedingungen schaffen

Doch nicht nur fordern, auch etwas tun will der DGB. Deswegen ist er Mitglied im Zeitzer Pakt für Arbeit. Günstige Rahmenbedingungen für Arbeitgeber zu schaffen und dabei die Weiterentwicklung der Region um Zeitz im Blick zu haben - zwei Ziele des Paktes, der seit mehr als 15 Jahren besteht, "Wir haben schon viel geschafft , aber es gibt auch noch vieles zu erreichen", so Erdélyi. Volkmar Kunze, Oberbürgermeister der Stadt Zeitz, sagte das man nicht all das, was 1990 an Industrie weggebrochen ist, ersetzen kann. Aber es sei schon einiges Positives passiert. "Und genau darüber müssen wir überall wo wir auftreten reden, Zeitz hat schon viel geschafft und erreicht", betonte er. Wenngleich auch Kunze weiß, dass es noch einige Baustellen in der Stadt gibt.

Kritisch betrachtete Günter Meißner von der IG Metall die derzeitige politische Entwicklung in Deutschland. Er sagte, dass die europäische Krise kaum Arbeitsplätze schafft. Im Gegenteil: Leiharbeit wird forciert. In keinem anderen Land sei die Zahl der Leiharbeiter in den letzten Jahren stärker gewachsen. Dabei haben die Leiharbeiter bis zu 50 Prozent weniger in der Lohntüte als ihre fest angestellten Kollegen, die die gleiche Arbeit verrichten. "Die Risiken werden von den Firmen auf die Arbeitnehmer verlagert", kritisierte er. Auch Lohndumping, der auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird, verurteilte er scharf. So haben im Osten des Landes die Arbeitnehmer mitunter bis zu 33 Prozent weniger Lohn als ihre Kollegen im Westen. Und mehr als 40 Prozent der Beschäftigten bekommen weniger als 1 500 Euro brutto im Monat. Meißner hatte noch eine Zahl parat: "55 Prozent der Beschäftigen fühlen sich nicht angemessen entlohnt." Das alles bestärkt die Gewerkschaften auch weiterhin gemeinsam mit ihren Mitgliedern für angemessene Löhne zu kämpfen.

Beschäftigungsinitiative Pakt für Arbeit Zeitz, Hauptstraße 30, Elsteraue / OT Alttröglitz