"Wie viele Zeitzer Bürger zeigen sich auch die Mitglieder unseres Vereins verärgert über die in der Mitteldeutschen Zeitung - Zeitzer Zeitung - angekündigte und geplante Baumfällaktion der Stadt", heißt es in einem Brief des Geschichts- und Altertumsvereins für Zeitz und Umgebung, "die herrlichen Linden am Klosterkirchhof vor der Franziskanerklosterkirche, die in diesem Bereich der Stadt als Schattenspender, Lärm- und Staubschutz fungieren und zudem in ihrem Erscheinungsbild einen gesunden Eindruck vermitteln, sollen der Platzumgestaltung vor der Kirche, die seit letztem Jahr unsere Kulturkirche darstellt, unter anderem für die Beleuchtung des Objekts weichen!"
Detlef Deye, 1. Vorsitzender des Vereins und Schriftführer hat den Brief unterzeichnet. Gerichtet ist er an die Untere Naturschutzbehörde beim Burgenlandkreis. Dort liegt der Brief auch vor, eine Antwort war bereits in Arbeit. "Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass mit unserem kostbaren Grün der Stadt von den verantwortlichen Planungsbüros und Vertretern der Stadtverwaltung nicht verantwortungs- und maßvoller umgegangen wird", schreibt Deye und fragt: "Warum wird von Seiten der Verantwortlichen nicht eine Umgestaltung unter Verwendung des vorhandenen Baumbestandes Vorrang eingeräumt?" Mit etwas gutem Willen und Verantwortungsbewusstsein, die für solch ein Vorhaben bei den maßgebenden Stellen vorausgesetzt werden müssen, könne sicher die Verschönerung des Kirchenumfelds zur Zufriedenheit aller Bürger erreicht werden.
Wie viele Privatpersonen und Institutionen, die sich bereits für den Erhalt des vorhandenen Baumbestands in der Lokalpresse ausgesprochen haben, verlangen auch Deye und der Geschichts- und Altertumsverein einen pfleglichen und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur: "In Aussicht gestellte Neuanpflanzungen können nicht immer das Non-Plus-Ultra darstellen. All zu oft wird diese Floskel als Besänftigung der Bevölkerung strapaziert. Für uns zählt deshalb nur, dass der vorhandene Baumbestand in die Planungen mit eingebunden wird." Mit dem Brief ist die Bitte verbunden, die Untere Naturschutzbehörde möge diesem "Schildbürgerstreich" Einhalt gebieten und alle erforderlichen Schritte zum Schutz der Bäume ergreifen.
In diesem Zusammenhang informierten mehrere Zeitzer die MZ, dass sie sich an Sachverständige, andere Naturschutzbehörden und Organisationen gewandt haben, um Unterstützung im Kampf für die Bäume zu erhalten.
Die Frage, wer innerhalb der Stadtverwaltung die Fällung beantragt, wer sie genehmigt hat, wurde vom Oberbürgermeister noch nicht beantwortet.