Zeitz: Keine Entscheidung für Abriss

26.06.2012 20:19 Uhr | Aktualisiert 26.06.2012 20:25 Uhr
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Jörg Stolper

Der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, Jörg Stolper, entschuldigt sich bei den Mietern am Wasserberg. (FOTO: MZ)

Von Angelika Andräs
Die Wohnungsbaugesellschaft kündigt ihren Mietern am Wasserberg in Zeitz. Der Geschäftsführer Jörg Stolper entschuldigt sich für das Vorgehen.
Zeitz/MZ. 

"Die Zeitzer Wohnungsbaugesellschaft plant weitere Abrisse in der Innenstadt und hat deswegen auch drei Mietern am Wasserberg 1 in Zeitz gekündigt." Ein Anwohner (Name ist der Redaktion bekannt) machte seinem Ärger Dienstagvormittag Luft: "Gibt es noch etwas anderes als abreißen? Da wohnen noch Leute. Und noch dazu ist es das Haus, in dem in Zeitz die KPD gegründet wurde." Auch im sozialen Netzwerk Facebook sorgte der "erneute Beweis für Mut zur Lücke" für lebhafte Diskussionen und Anfragen. Doch vorerst war die Aufregung umsonst.

"Die Entscheidung, ob ein Abriss erfolgt, ist noch lange nicht gefallen", antwortete Jörg Stolper, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft (WBG), auf Nachfrage der MZ. Richtig sei allerdings, dass den drei Mietern mit eben dieser Begründung gekündigt worden sei. "Hier ist etwas nicht optimal gelaufen, und ich kann mich nur entschuldigen", so Stolper, "die Kündigung ist allein aus wirtschaftlichen und bautechnischen Gründen erfolgt." Das Haus sei in keinem guten Zustand, von sieben Wohnungen sind drei noch bewohnt. Eine Sanierung des Hauses könne die WBG nicht leisten.

Ob ein Abriss in Erwägung gezogen wird, diese Entscheidung müsse in mehrfacher Hinsicht mit der Stadt getroffen werden. Doch eines sichert Stolper zu: "Wir werden nicht gegen den Willen der Mieter vorgehen, uns treibt hier nichts zu einem Abriss." Spätestens wenn weitere bautechnische Probleme auftreten, müsse aber neu überlegt werden. Das soll allerdings gemeinsam mit den Mietern geschehen, mit denen Stolper dann auch selbst das Gespräch suchen will.