Zeitz: Laternen im Regen

06.05.2012 18:11 Uhr | Aktualisiert 06.05.2012 18:32 Uhr
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Chantal Renner und Merle Blom

Chantal Renner und Merle Blom schienen sich trotz des Wetters die Laune nicht vermiesen zu lassen. (FOTO: CORINA WUJTSCHIK)

Von Ronny Banas
Das schlechte Wetter lässt nur eine abgespeckte Version des Lichterfestes zu. Die Veranstalter und Helfer sind enttäuscht, aber trotzdem zufrieden.
Zeitz/MZ. 

Das Timing des Wettergottes grenzte schon fast an Perfektion. Pünktlich zum Start des Fackelumzuges, der das 12. Zeitzer Lichterfest einleitete, öffnete Petrus am Samstagabend die himmlischen Schleusen und schüttete alles, was da war über Zeitz aus.

Regen, noch dazu, wenn er in solchen Mengen fällt, ist für eine Veranstaltung wie das Lichterfest blankes Gift und macht jede Vorbereitung zunichte. Entsprechend enttäuscht zeigte man sich bei den etwa 70 Helfern, die seit dem Vormittag damit beschäftigt waren, tausende von Kerzen im Rossnerpark auszulegen, Laternenbäume zu schmücken und Fackeln aufzustellen. Denn diese brannten bei Dauerregen eigentlich gar nicht. "Es ist zum Verzweifeln", sagte Ursula Malke vom Förderverein Landesgartenschau, der das Lichterfest organisiert. "Seit heute Vormittag schauen wir fast minütlich gen Himmel und haben gehofft, dass das Wetter hält. Nichts war´s, das ist so schade."

Dabei hatten sie alles versucht, doch es glich am frühen Abend einer Sisyphusarbeit, Tausende Lichter immer wieder aufs neue anzuzünden. Ursula Malke: "Das Problem ist, dass die ständig wieder ausgehen und voller Wasser sind. Aber wir geben nicht auf." Ans Aufgeben dachte auch Sybille Immisch-Näther, Vorsitzende des Vereins, nicht. Sie lobte das, was ihre Helfer alles taten, um zumindest ein bisschen Stimmung in den Park zu bringen und auch für die Besucher, die trotz des miesen Wetters den Weg in den Schlosspark gefunden hatten. "Die Zeitzer sind ein großartiges Publikum. Sogar beim Umzug sind sie mitgelaufen, obwohl es in Strömen geregnet hat. Vielen Dank an alle." Auch die Vereinschefin gab zu, dass sie am Sonnabend des Öfteren gen Himmel geschaut hat. "Da kann man nichts machen. Wir müssen es nehmen, wie es kommt und haben das Beste aus dem Fest herausgeholt", sagte sie und musste aber auch zugeben, enttäuscht zu sein. "Mir standen die Tränen in den Augen." Das Fest fand unterdessen nur in einer abgespeckten Version statt. Nicht nur, dass es unmöglich war, alle Lichter zum Brennen zu bringen und die Papp-Laternen an den Bäumen vom Regen durchgeweicht waren, auch das Kinderfeuerwerk musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.

Dafür, so Sybille Immisch-Näther, war das Abschlussfeuerwerk gut. "Mir haben Besucher gesagt, es sei besser als in Disneyland. Das ist ein kleiner Trost." Vereinskollege Herbert Hedrich sah es so: "Eigentlich ist ja nächstes Jahr erst das 13. Fest. Die Zahl steht ja für Unglück. Dann haben wir es eben dieses Mal schon hinter uns und nächstes Jahr wird das Wetter wieder perfekt", sagte er und konnte sich dann ein kleines Lächeln nicht verkneifen. Trotz allem waren sie dann zufrieden, gestand Sybille Immisch-Näther. Auch wenn alles anders geplant war.