Am Johannisteich im Schlosspark wurden Goldfische geangelt und gegen eine Spende für den Park abgegeben. (FOTO: ALEXANDER BLEY)
Denn zum ersten Mal veranstalteten Angler und Jäger gemeinsam dieses Fest und zum ersten Mal fand es im Schlosspark statt. Wenngleich sich die Organisatoren in Vorbereitung der Veranstaltung etwas mehr Unterstützung in Sachen Öffentlichkeitsarbeit vom Schlossparkteam gewünscht hätten. "Wir wären nicht abgeneigt, es zu einer dauerhaften Veranstaltung auszubauen, aber dazu brauchen wir auch mehr Unterstützung vom Schlosspark. Mal sehen wie es heute von den Besuchern angenommen wird", sagte Thomas Hennicke, stellvertretender Vorsitzender des Kreisanglervereins "Weiße Elster".
Verbundenheit
Doch warum präsentieren sich Angler und Jäger eigentlich gemeinsam? "Nun, wir fühlen uns verbunden", begründete Hennicke. Ziel beider Gruppen war es natürlich sich, die eigenen Angebote und die Vereinsarbeit vorzustellen und bei dem einen oder anderen das Interesse an dem Hobby zu wecken. Das hat bei Jeremy Deventer schon funktioniert. Seit einigen Monaten gehört der Zwölfjährige dem Anglerverein an. Am Sonntag stand er am Johannisteich, um Goldfische zu angeln. Eine Aktion der Jugendgruppe. Die Fische wurden gegen eine Spende zum Erhalt des Schlossparks an die Besucher abgegeben. "Wir nehmen sie für einen Bekannten mit", erklärte Kathleen Deventer. Dass ihr Sohn diesem Hobby nachgeht, findet sie gut. "Mir ist wichtig, dass er raus kommt und nicht den ganzen Tag drinnen sitzt. Und der Verein macht wirklich eine gute Jugendarbeit", lobte sie.
Nachwuchs gewinnen und über die eigene Arbeit aufklären, das war auch Michael Ott von der Jägerschaft Zeitz wichtig. "Viele halten das Jagen für ein Mysterium und denken, es wird viel im Dunkeln gehalten. Doch dem ist nicht so", sagte der Jäger. In Schulen beispielsweise ist Ott oft zu Besuch, um über heimische Tierarten zu sprechen, bringt Infomaterial mit. Er spricht aber auch über solche Tiere, die es sich hier inzwischen zu heimisch gemacht haben und dadurch andere bedrohen.
Waschbär - niedlich, aber eine Plage
Der Waschbär zum Beispiel. Sieht niedlich aus, verursacht aber viele Probleme und ist inzwischen zu einer echten Plage geworden. "Er ist Nahrungskonkurrent für den Fuchs, er fängt Vögel, vor allem Enten werden von ihm bedroht. Er ist lernfähig und kann klettern", so Ott. Das Problem mit dem Waschbär ist oft hausgemacht, denn in Futter, das gut gemeint von Bürgern für herumstreunende Katzen verteilt wird, findet der Waschbär eine gute Futterquelle. Für viele Tiere sind die Straßengräben auch eine Nahrungsquelle. Dort gibt es Mäuse, dort wird nichts geackert und nicht gespritzt. Deswegen zieht es etwa Füchse so oft an die Straßenränder, erklärt er. Und dort lauert die Gefahr Auto.