Zeitz: Wird der Goethepark alkoholfrei?

16.07.2012 20:21 Uhr | Aktualisiert 16.07.2012 21:50 Uhr
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Alkohol im Park

Alkoholkonsum in Spielplatznähe, wie es ihn im Zeitzer Goethepark immer wieder gibt, könnte künftig per Gesetz untersagt sein. (FOTO: KRIMMER)

Von Torsten Gerbank
Ein von der CDU eingebrachter Gesetzentwurf soll nach seiner Verabschiedung Stadtverwaltungen wie der Zeitzer möglich machen, das Trinken von Alkohol auf bestimmten öffentlichen Straßen und Plätzen zu verbieten.
Zeitz/MZ. 

Wie nach einem Trinkgelage: Scherben einer Wermutflasche auf dem Spielplatz am Kletterhaus, leere Bierflaschen im Gebüsch, ausgetrunkene Likörfläschchen neben Papierkörben und jede Menge Bierflaschenverschlüsse rund um Bänke. Es ist Montagvormittag im Goethepark von Zeitz. Für die Stadtreinigungs- und Service GmbH liegt nach dem Wochenende viel Arbeit herum. Noch. Denn ein Gesetzentwurf, der derzeit im Magdeburger Landtag diskutiert wird, könnte helfen, dem Alkoholkonsum im Park künftig einen Riegel vorzuschieben. Das von der CDU eingebrachte Papier soll es nach seiner Verabschiedung Stadtverwaltungen wie der Zeitzer möglich machen, das Trinken von Alkohol auf bestimmten öffentlichen Straßen und Plätzen zu verbieten.

"Wir verfolgen die Debatte in Magdeburg intensiv", sagte am Montag Oberbürgermeister Volkmar Kunze (FDP). Er würde ein solches Gesetz begrüßen und dessen Umsetzung auch für Zeitz in Angriff nehmen und in die politische Debatte bringen. Im Stadtrat müsste dann über die Plätze diskutiert werden, auf denen künftig kein Alkohol mehr getrunken werden darf. "Die Stadt würde in den Vorschlag alle Spielplätze und Parkanlagen hineinnehmen", so Kunze. Joachim Strauch, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linkspartei im Stadtrat, würde die Initiative begrüßen. "Auf der Straße Bier trinken? Da bin ich dagegen", sagte er. Und lenkt die Aufmerksamkeit auf den Roßmarkt. "Was da manchmal so los ist. . ." Allerdings würde Strauch auch dafür plädieren, die Debatte um Alkoholverbote auf Zeitzer Plätzen nicht allein im Stadtrat zu diskutieren. "Da müssten die Bürger und Einzelhändler mit einbezogen werden", sagte er. Herbert Hedrich, Chef der Fraktion Zeitzer für Zeitz, denkt, dass ein Alkoholverbot an einigen Orten dazu führen würde, dass sich Bürger weniger belästigt fühlen. Zum Beispiel eben im Goethepark. "Auch über den Platz der deutschen Einheit sollte diskutiert werden", so Hedrich. Dort sollte in der Zukunft abends der Genuss von Alkohol untersagt sein.

Vor allem ein Alkoholverbot im Goethepark würde Eberhard Veith (73) begrüßen. Er wohne in der Nähe und fühle sich abends immer wieder von Grölerei offenbar Angetrunkener aus dem Goethepark gestört. Anders sah es ein Mann am Vormittag, der seinen Namen nicht nennen wollte: "Man soll den Menschen Arbeit geben, dann müssen sie nicht auf Parkbänken oder sonst wo sitzen und trinken", schimpfte er. Timmi (9), Stefan (9) und Oliver (8) sind sich aber einig: Alkohol hat im Park nichts zu suchen. Dafür haben die Jungen, die am Montagnachmittag auf dem Spielplatz tobten, mehrere Begründungen: Die Trinker hinterlassen Schmutz im Park, es liegen Glasscherben herum, an denen sich Kinder verletzen könnten und wenn manche etwas getrunken haben, dann prügeln sie sich und schreien herum.