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Kloster Memleben : Virtuelles Puzzle bereichert Museum

Hartmut Seichter (links), Professor   an der Fakultät für Informatik der Fachhochschule Schmalkalden, erklärt das virtuelle Puzzle.

Hartmut Seichter (links), Professor   an der Fakultät für Informatik der Fachhochschule Schmalkalden, erklärt das virtuelle Puzzle.

Foto:

Matthes

Memleben -

Ein Haus zu bauen, braucht Zeit und Kraft. Im Kloster Memleben gelingt dies in Windeseile. In wenigen Sekunden entstehen die Gebäude der mittelalterlichen Anlage neu. Wie mit Zauberhand mit Hilfe von kleinen Bausteinen und einer Kunststoff-Fläche, die an ein Tablet in Übergröße erinnert. Ein modernes virtuelles Puzzle in der einstigen Sakristei des Klosters nimmt den Besucher fortan mit auf eine Zeitreise in die Geschichte der historischen Anlage.

Viele Beteiligte am Projekt

„Wir laden zum Spielen und zum Anfassen ein“, sagte Hartmut Seichter, Professor an der Fakultät für Information der Fachhochschule Schmalkalden, während der feierlichen Präsentation am Sonnabendvormittag. Das virtuelle Puzzle wurde gemeinsam mit dem ebenfalls in der thüringischen Stadt beheimateten Unternehmen „4you2“, eine Ausgründung der Fachhochschule, rund um den Architekten Jens Büttner und den Ingenieur Steffen Bießmann entwickelt. Eingebunden war zudem der Dramaturg Rudolf Bohne. „Es ist ein sehr anspruchsvolles Projekt. Die Schwierigkeit lag daran, die Baugeschichte mit Leben zu füllen, sie greifbar und erlebbar zu machen“, erzählte Seichter weiter.

Für das Spiel, in das der Besucher aktiv eingebunden wird, bildeten Daten und Material des Museums und des renommierten Denkmalpflegers Reinhard Schmitt sowie ein Ablaufplan die Grundlage. Am Computer programmiert wurden schließlich virtuelle Kamerafahrten und Luftaufnahmen. Ein Erzähler berichtet zudem von den wichtigsten Kapiteln der Baugeschichte des Klosters in Memleben.

Kloster Veßra Vorbild

Den Stein ins Rollen für das gemeinsame Projekt zwischen Museum, Hochschule und Unternehmen brachte das Netzwerk Klosterlandschaft Mitteldeutschland und ein daraus entstandener Kontakt zum Kloster Veßra. Für die im Süden Thüringens gelegene Anlage war bereits ein ähnliches Klosterpuzzle entwickelt worden.

Spielerisch wird in der einstigen Sakristei die Baugeschichte des Klosters Memleben vermittelt.

Spielerisch wird in der einstigen Sakristei die Baugeschichte des Klosters Memleben vermittelt.

Foto:

Matthes

Seit 2014 nahm das Memlebener Projekt seinen Lauf. Ziel sei es vor allem, die Dimensionen der Kirchen zu veranschaulichen, so Stiftungsvorstand Götz Ulrich. Während heute nur ein mit Pflastersteinen angedeuteter Grundriss von den Ausmaßen der Monumentalkirche aus dem 10. Jahrhundert zeugt, prägen die Mittelschiffsarkaden der späteren, im 13. Jahrhundert errichteten Marienkirche die heutige Anlage. Indem das virtuelle Puzzle die vorreformatorische Zeit beleuchtet, setze es einen Kontrapunkt zum diesjährigen Lutherjahr, so Ulrich. Zudem sollen jüngere Besucher angesprochen werden. „Die Museumspädagogik schreitet ja voran“, so der Stiftungsvorstand.

Ermöglicht wurde das Projekt mit Eigenmitteln der Stiftung Kloster und Kaiserpfalz Memleben sowie Förderungen der Dr. Mechthild Freundt-Stiftung, Lotto-Toto sowie der Stiftung der Sparkasse Burgenlandkreis für Kultur und Sport. „Wir können das Kloster allerdings nicht wieder aufbauen“, bemerkte Sparkassenchef Mario Kerner mit einem Schmunzeln.