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Bezogen auf den Kronendurchmesser von 40 Metern der drittgrößte Baum Deutschlands: die Platane im Park der Landesschule Pforta. Jetzt ist ein dicker Ast abgebrochen. Ein Fachunternehmen aus Apolda kontrolliert den Baum. Das Gelände um ihn herum soll abgesperrt werden.

Bezogen auf den Kronendurchmesser von 40 Metern der drittgrößte Baum Deutschlands: die Platane im Park der Landesschule Pforta. Jetzt ist ein dicker Ast abgebrochen. Ein Fachunternehmen aus Apolda kontrolliert den Baum. Das Gelände um ihn herum soll abgesperrt werden.

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Nicky Hellfritzsch

Lokales

Schulpforte -

Sie ist prächtig, schätzungsweise 35 Meter hoch, und fast jeder Einheimische kennt sie, (ehemalige) Schüler sowieso: die über 200-jährige Platane im Park der Landesschule Pforta, die hinsichtlich ihres gigantischen Durchmessers von 40 Metern sogar Deutschlands drittgrößter Baum ist. Was aber für den Laien bislang im Verborgenen blieb, ist, dass der imposante Koloss unter einem Pilz leidet, der ihn von innen zerfrisst. Vor Kurzem brach deshalb ein gewaltiger Ast ab. Ein Alarmzeichen, dass die Frage aufwirft, ob man sich früher oder später von der Platane verabschieden, sie sogar kurzfristig gefällt werden muss.

Doch sowohl die Landesschule Pforta als auch Baumexperten geben für letzteres Szenario eine klare Entwarnung. „Wir haben den abgebrochenen Ast beseitigen und den Baum kontrollieren lassen. Die Platane kann noch viele Jahre leben“, betont Thomas Dahnke, stellvertretender Schulleiter. Allerdings werde das Gelände um den Baum vorsichtshalber abgesperrt, die darunter stehende Bank demontiert.

Vom Pilz gekennzeichnet ist der Ast, der aus dem Baum herausgebrochen ist. Trockenstress hat die Platane im Kampf gegen die Krankheit geschwächt.

Vom Pilz gekennzeichnet ist der Ast, der aus dem Baum herausgebrochen ist. Trockenstress hat die Platane im Kampf gegen die Krankheit geschwächt.

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Nicky Hellfritzsch

Also ein Abschied auf Raten? Günter Schütz von der Apoldaer Firma GFA, die jetzt den Baum kontrollierte und den abgebrochenen Ast zerlegte: „Der Pilz hat dem Baum schon erheblich zugesetzt, am abgebrochenen Holz kann man deutlich erkennen, wie er von innen heraus wuchert. Die Platane kämpft. Doch der Hitzestress der vergangenen Jahre hat sie zusätzlich geschwächt.“ Schütz, der sich seit vielen Jahren Bäumen widmet, meint, dass die Platane den Kampf ums Überleben verlieren wird. „Das heißt aber ganz und gar nicht, dass sie jetzt gefällt werden muss, weil sie möglicherweise eine Gefahr für Passanten ist. Wir haben vier weitere tote Äste entfernt, sonst besteht kein Handlungsbedarf. Es wäre eine Katastrophe, würde dieser Ausnahmebaum - meines Wissens gibt es in ganz Deutschland nur zehn solcher alten Exemplare - gefällt werden“, meint Schütz. Er schätzt, dass noch einige Generationen an ihm Freude haben werden. „Wir sollten den Baum in Ruhe sterben lassen.“